3096 Tage (DVD)

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Beschreibung

Produktbeschreibung

Natascha Kampusch ist 10 Jahre alt, als sie auf dem Schulweg von dem arbeitslosen Nachrichtentechniker Wolfgang Priklopil in einen weißen Lieferwagen gezerrt wird. Der Entführer will kein Lösegeld, er will das Mädchen besitzen. Unter seinem Haus in einer bürgerlichen Wohnsiedlung hat Priklopil ein geheimes Verlies ausgehoben, um sie dort einzusperren. Für die nächsten achteinhalb Jahre werden die 2 mal 3 Meter zu Nataschas karger Gefängniszelle: Märchenbücher, Lieblingskekse und Gute-Nacht-Küsse weichen Gewalt, Demütigungen und ständigem Nahrungsentzug. Nur Natascha Kampusch zerbricht nicht in der Gefangenschaft, sondern sie wird stärker. Jeder Tag, jeder Atemzug ein kleiner zorniger Sieg. 2006 gelingt ihr endlich die Flucht, und Wolfgang Priklopil nimmt sich das Leben.

Sehr behutsam und ohne Effekthascherei verfilmte Sherry Hormann (Wüstenblume) die Geschichte von Natascha Kampusch mit Antonia Campbell-Hughes (Albert Nobbs, Bright Star) und Thure Lindhardt (Illuminati, Into The Wild, Was Nützt Die Liebe In Gedanken) in den Hauptrollen. Ruth Toma vollendete das Drehbuch von Bernd Eichinger, als dieser im Januar 2011 plötzlich verstarb. Michael Ballhaus (Goodfellas, Departed – Unter Feinden) kehrt für 3096 TAGE hinter die Kamera zurück.

Movieman.de

REVIEW: Kaum ein Entführungsfall ging so oft und wiederkehrend durch die Presse wie die Geschichte von Natascha Kampusch, die am 2. März 1998 auf ihrem Schulweg in Wien entführt wurde und erst achteinhalb Jahre danach wieder frei sein würde.Zutiefst erschreckend wird das Dasein des zehnjährigen Mädchens dargestellt, das in einer zwei mal drei Meter großen Gefängniszelle erwachsen wird. Den anfänglichen Märchengeschichten und Schokokeksen folgen völliger Nahrungsentzug, Demütigung und gewaltsame Übergriffe bis hin zur Vergewaltigung. Mit diesen ergreifenden und schockierenden Bildern will Natascha Kampusch die ganze grausame Wahrheit über ihre Entführung erzählen. Nach anfänglicher Skepsis verkaufte sie die Filmrechte an ihrer Geschichte an Constantin Film. Nicht zuletzt die Präsenz von Bernd Eichinger, dessen Film Das Parfum sie nach ihrer Flucht im Kino sah, bedingte ihre Entscheidung.Dem Drehbuch von Ruth Toma (Anleitung zum Unglücklichsein) lag die unvollendete Drehbuchfassung von Bernd Eichinger vor, der im Januar 2011 an einem Herzinfarkt verstarb, sowie die Biografie 3096 Tage von Natascha Kampusch. Auf deren Grundlage basiert die Filmhandlung, die die verheerenden Jahre der Gefangenschaft in 109 Minuten zusammenfasst. Regisseurin Sherry Horman (Wüstenblume) inszeniert das Drama mit erschreckenden, im Gegensatz dazu nie verstörenden Bildern.Die Isolation von Natascha wird durch ihre minimale Gefängniszelle verdeutlicht. Die gewaltsamen Übergriffe ihres Peinigers werden in Szene gesetzt, ohne diese in Großaufnahmen zu repräsentieren. Das Wissen um die wahren Hintergründe des Films reichen, um den Zuschauer die Peini auf der psychischen Ebene spüren zu lassen, ohne jeden Übergriff detailreich zu bebildern. Fokussiert wird die Handlung dabei auf die wichtigsten Erlebnisse dieser Zeit, die sowohl das Erwachsenwerden des Mädchens, als auch die Wesensveränderung des Peinigers, die mit der Pubertät von Kampusch einsetzen, zur Schau stellen.Die in den USA, Deutschland und Schweiz aufgewachsene Antonia Campbell-Hughes spielt Natascha Kampusch bis auf die Knochen abgemagert mit einem minimalistischen Ausdruck, der ihren innerlichen Schmerz spürbar macht. Verzweifelt, verängstigt und mit einem stets erkennbar starken Willen nähert sie sich ihrem Entführer immer wieder an, um auch durch diese Nähe eine Chance aufs Überleben zu beseitigen.Der dänische Schauspieler Thure Lindhardt (Illuminati) übernimmt die Rolle des Entführers Wolfgang Priklopil, der sich mit dem gefangengenommenen Mädchen eine Frau erschuf, die er unter normalen Umständen nicht finden konnte. Trotz seiner bestialischen Tat gelingt es dem Darsteller, seine Figur nicht als barbarisch zu kennzeichnen. Zwischen der brutalen Behandlung seiner Gefangenen bis hin zum erzwungenen Beischlaf sind immer wieder fürsorgliche Handlungen zu erkennen. Und gerade diese gespaltene Persönlichkeit gibt dem Zuschauer die Hoffnung, dass sein Opfer in der traumatischen Zeit auch freudige Erlebnisse, wie beispielsweise den 18. Geburtstag mit Torte und Geschenk, erleben durfte.So sehr man am Ende freudig mit Natascha in die Freiheit blickt und erleichtert feststellt, dass der Spuk endlich vorüber ist, genauso enttäuscht ist man über den Selbstmord des Peinigers, der nie für seine grausame Tat zur Rechenschaft gezogen werden konnte. Fazit: 3096 Tage ist kein Film, den man sehen will, um sich durch die grausam offenbarte Tat zu erfreuen. Nur da der Film Natascha Kampusch nicht als willenloses Opfer darstellt, sondern als starke Frau, die sich ihren Weg ins Leben zurückkämpft, bebildert der Film eine unglaubliche Biografie. Erschreckend, emotional und ergreifend.

Moviemans Kommentar zur DVD: Man braucht schon gute Nerven, diesen intensiven Film zu ertragen. Selten unterstützen rechtseindeutige Relation und Ton diese Dramaturgie so gut, wie in 3096 Tage.

Bild: Die großen weißen Schneeflächen in der Einleitung werden nahezu ohne Grieseln oder Blockbildung absolviert. Der Kontrastumfang selbst ist nicht sonderlich ausgeprägt. So wird das Gesicht des Entführers (12.50) nunmehr mäßig vom Hintergrund abgesetzt. Nachtszenen (18.20) grieseln leicht, wohl kaum störend. Gegenlichtszenen (04.18) werden weitgehend ohne Überstrahlen gezeigt. Die weiße Blume vor demFenster (04.18) zeigt wohl die Grenzen des Kontrastumfanges auf. Die Farbsättigung ist gelungen. Die rot/blaue Kleidung (05.17) wird jedoch nicht sehr scharf umrissen, wohl ohne Saumbildung dargestellt. Totalen, wie dem Blick vom Balkon (05.10) fehlt es in der Idol von Blättern und Blumen an Detailkraft. Da diese Szenen meist nunmehr kurz sind, ist dies wohl wenig auffällig. Nahaufnahmen werden mit befriedigender Schärfe gezeigt. Beispielsweise ist das Typenschild bei 06.38trotz relativer Nähe zur Kamera nunmehr verschwommen erkennbar. Gesichter (03.30, 04.20) werden überwiegend scharf abgebildet, Spitzenwerte werden nicht erreicht.

Ton: Die akustische Abbildung der erschütternden Ereignisse ist kristallklar. Das Einschalten des Lichts (schon im Menü und bei 06.48) ist von einer schneidenden Authentizität. Selbst das leise Pochen und die Geräusche des heran nahenden Entführers (09.49) zeichnen bedrückend die Situation in der Zelle nach. Der Raum klingt eng und erdrückend und schluckt hohe Töne. Szenen in der Öffentlichkeit, ja Freiheit werden von einer hohen Luftigkeit und Offenheitbegleitet, die den Kontrast beider Welten sehr natürlich abbildet. Der Dissenz zwischen Mutter und Tochter (03.30) klingt wenig authentisch und hier fehlt einwahrnehmbarer Lautstärkeunterschied. Das Meckern der Mutter und das Herumdrucksen der Tochter sind auf gleichem Volumen, was nicht sehr real klingt. Außerdem ist die Synchro in diesem Dialog nicht sonderlichl ippensynchron. Die Stereospur klingt technisch bedingt frontlastiger undweniger tief, als die beiden 5.1-Pendants. Die Hörfilmspur ist klarverständlich. Die englische Tonspur ist klanglich vergleichbar mit der deutschen 5.1-Tonspur.

Extras: Hervorzuheben ist die Investition in eine Tonspur für Blinde, die die visuellen Geschehnisse durch einen Sprecher kommentiert. Darüber hinaus gibt es 7 Interviews, eine 2-teilige Featurette über die Dreharbeiten und die Produktion, sowie B-Rolls, also Material einer beim Dreh im Hintergrund mitlaufenden Kamera. Die Menüführung klappt intuitiv. www.movieman.de

Zusätzliche Informationen

Darsteller

Darsteller

Regisseur